Kurze Geschichte Portugals III: Die Römer

Während der drei Punischen Kriege, die von 264 v. Chr. bis 146 v. Chr. andauerten, ein Handelskrieg, der zwischen Karthago und dem Römischen Reich, vor allem auf See, ausgetragen wurde, kamen die Römer (Romanos), aus strategischen Gründen, erstmals auf die Iberische Halbinsel, erst an die spanische Südküste, wenig später auch in den Süden Portugals, das dann Teil der römischen Provinz Hispania ulterior wurde.
 
Die Köpfe zwischen Karthago und Rom begannen auf portugiesischem Boden gegen 218 v. Chr., wobei anfangs Karthago einen sehr starken Widerstand bot. Nach einem bedeutenden Sieg des römischen Feldherren Scipio im Jahre 206 v. Chr. gewannen dann jedoch die Römer immer mehr Land und beim Friedensschluss 201 v. Chr. musste sich Karthago, aber auch die Phönizier (Fenicios), dann zurückziehen und die Römer besetzten den südlichsten Teil Portugals, einen Teil der heutigen Algarve.

Die römische Villa Pisõ,es bei Beja
Foto: Herbert Kårlin

Während der südliche Landstreifen Portugals relativ schnell von den Römern eingenommen werden konnte, so zeigten die Lusitaner (Lusitanos), aber auch die Kelten (Celtici), im zentralen Portugal einen starken Widerstand. Auch wenn die keltischen Stämme im heutigen Alentejo nach rund 20 Jahren an Kämpfen ihren Widerstand aufgeben mussten, so sollten die Lusitaner weitere 100 Jahre lang gegen die Römer kämpfen und erst ein Jahrhundert v. Chr. gehörte dann der gesamte Teil Portugals, der südlich des Flusses Douro liegt zum römischen Reich, wobei die Hauptstadt dieser römischen Provinz allerdings nicht in Portugal lag, sondern im spanischen Mérida (Emerita Augusta).
 
Dass die Kämpfe mit den Kelten und den Lusitanern dann dennoch bis zur Zeit Cäsars, also etwa 50 v. Chr. andauerten, lag vor allem daran dass es sich beim zentralem Portugal um eine sehr bergiges Gebiet handelt, so dass die iberischen Gruppen zum Guerillakrieg greifen konnten, einer Taktik, die die römischen Heere nicht kannten.
 
Die Herrschaft der Römer erstreckte sich in Portugal im südlichsten Teil des Landes auf eine Zeitspanne von etwas über 600 Jahren, und im Norden konnten sie nicht einmal 400 Jahre lang regieren, bevor sie dann von germanischen Völkern und den Westgoten (Visigodos) ab dem Jahr 409 ganz aus Portugal vertrieben wurden.
 
Und dennoch spielte die Zeit der römischen Besetzung eine sehr bedeutende Rolle für Portugal, die noch heute große Teile des Landes prägt. Im vierten Jahrhundert, also gegen das Ende der römischen Epoche kam das Christentum nach Portugal, die Römer gründeten Städte wie Lissabon (Lisboa), Beja, Braga, Évora oder Coimbra.und sie brachten Latein ins Land, das, im Laufe der Jahrhunderte, zum heutigen Portugiesisch führte. In Évora findet man noch heute das bedeutendste römische Monument Portugals, den Templo Romano de Évora.
 
Mit den Römern kam auch erstmals ein gewisser Reichtum nach Portugal, denn sie brachten den Bergbau und die Eisenverarbeitung mit, aber auch die Konservierung von Fisch und führten Oliven (azeitona) und Wein (vinho) in Portugal ein und schufen Handelszentren, die mit dem gesamten römischen Imperium verbunden waren. Um das Land zum damaligen Reichtum zu bringen, schufen die Römer auch eine sehr bedeutende Infrastruktur, unter anderem ein ausgedehntes Wegenetz, eine relativ umfangreiche Wasserversorgung mit zahlreichen Aquädukten.
 
Aus der römischen Zeit zeugen heute noch mehrere Ruinen römischer Landhäuser, die einen sehr guten Einblick in diese Zeit bieten.. Von besonderer Bedeutung sind die beiden Villen Villa romana de Pisõa und die Vila de São Cucufate.
 
Erster Teil: Kurze Geschichte Portugals: Die Vorgeschichte Portugals
Zweiter Teil: Kurze Geschichte Portugals: Die Iberer in Portugal
Dritter Teil: Kurze Geschichte Portugals: Die Römer in Portugal
Vierter Teil: Kurze Geschichte Portugals: Die Barbaren in Portugal
Fünfter Teil: Kurze Geschichte Portugals: Die Mauren erobern Portugal